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Rivalität Manchester United - Liverpool
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Die Rivalität zwischen Manchester United und Liverpool FC

Die Rivalität zwischen Manchester United und dem Liverpool FC ist eine der bedeutsamsten Rivalitäten im englischen Fußball und zudem eines der bekanntesten Duelle weltweit. Zudem handelt es sich bei dieser Vereinsrivalität um die beiden erfolgreichsten Teams im englischen Fußball. Dieser Wettstreit zwischen den beiden großen Städten im Nordwesten Englands blickt auf eine Tradition zurück die weit in das vergangene Jahrhundert hineingeht.

Old Trafford (Foto: Crystian Cruz)

Doch bereits vor den großen Duellen der beiden Clubs auf dem Spielfeld existierte eine große Rivalität zwischen den beiden Städten, die noch aus der Zeit der Industrialisierung stammt und sich dann im Fußball weiter ausprägte. Dies ist aufgrund der geographischen Lage beider Städte, die sich durchaus ähnlich sind, nachvollziehbar, denn beide Städte liegen lediglich 67km von einander entfernt. Auf der einen Seite Liverpool, eine Stadt mit 435.000 Einwohnern, an der Mündung der Mersey gelegen und zur Grafschaft Merseyside zugehörig, auf der anderen Seite Manchester mit 458.100 Einwohnern (City) bzw. 2,6 Mio. Einwohnern (Metropolitan) und zur Grafschaft Greater Manchester gehörend.

 

Der Wettstreit beider Städte, die bereits in frühen Zeiten der Industrialisierung um die Vorherrschaft im Nordwesten Englands rangen, gipfelte dann im Bau das Manchester Kanals, wodurch die Waren direkt nach Manchester transportiert werden konnten und viele Hafenarbeiter in Liverpool arbeitslos machte. Dieser Bau war für die Stadt Manchester von immenser Bedeutung, daher ziert noch heute ein Schiff das Wappen der Stadt Manchester, von Manchester United, Manchester City und seit 2005 auch vom FC United of Manchester.

 

Die Anfänge der Rivalität und erste Aufeinandertreffen

Die Rivalität auf dem Fußballfeld erfuhr jedoch erst in den späten 50er und frühen 60er Jahren ein deutliches Wachstum als die Erfolgsgeschichte beider Teams erst richtig begann. Dennoch bestand bereits vor dieser Zeit eine Rivalität, die zwar nicht so ausgeprägt war, jedoch zu den ältesten im englischen Fußball gehört. Bereits am 28. April 1894 trafen die beiden Teams im Ewood Park in Blackburn aufeinander. Doch dieses Spiel war kein Freundschaftsspiel, sondern das Relegationsspiel der First Divison. Newton Heath, wie Manchester United damals noch hieß, verlor das Spiel leider mit 0-2 gegen Liverpool und musste infolge dessen den Gang in die zweite Liga antreten.

Manchester United (Foto: Fendy Zaidan)

Nach diesem Spiel gab es noch vier weitere Duelle beider Teams in der Second Division bevor es am 25. Dezember 1906 im Stadion an der Bank Street zum ersten Duell in der First Division kam. Nachdem Manchester United beide bisherigen Heimspiele gewinnen konnte, trennte man sich an diesem Tag mit 0-0. Auswärts musste man nach einem 1-7 und einem 0-4 ebenfalls auf das erste Spiel in der First Division im Anfield warten um den ersten Sieg an der Merseyside feiern zu können. Am 1. April 1907 gewann Manchester United gegen Liverpool mit 1-0. In den folgenden Jahren gab es einige tolle Duelle zwischen diesen beiden Clubs, dazu gehört wohl auch das bis heute unvergessene Eröffnungsspiel im Old Trafford am 19.  Februar 1910, bei dem Manchester United leider mit 3-4 gegen Liverpool unterlag.

Bereits drei Jahre vorher, im Jahr 1907, gab es den ersten von sehr wenigen Spielerwechseln zwischen Manchester United und Liverpool. Im August 1912 wechselte der Verteidiger Thomas Chorlton von Liverpool in Richtung Manchester. Nur ein Jahr später, im November 1913, wechselte dann zum ersten Mal mit Jackie Sheldon ein Spieler von Manchester United in Richtung Liverpool. Unvergessen dürfte wohl auch der 6-1 Sieg gegen Liverpool im Old Trafford am 5. Mai 1928 sein.

 

Die Rivalität zwischen Manchester United und Liverpool intensiviert sich

Wie bereits erwähnt erstarkte die bestehende Rivalität erst mit dem Ende der 50er Jahre als beide Teams begannen nach einer längeren Durststrecke wieder nach nationalen Titeln zu greifen. Zu diesem Zeitpunkt fand die Rivalität, die bisher eher ökonomisch geprägt war, auch auf dem Fußballplatz ihren starken Ausdruck und so wurden die Duelle zwischen diesen beiden Teams zu den wohl intensivsten Matchups in der Liga. Die Tatsache, dass Sir Matt Busby, der zu dieser Zeit Manchester United trainierte, ursprünglich nach Liverpool wechseln sollte, dürfte die Intensität der Duelle weiter vorangetrieben haben.

Sir Matt Busby (Foto: Crystian Cruz)

Diese Rivalität wuchs in den folgenden Dekaden weiter an, wenn gleich Manchester United in den 70er und frühen 80er Jahren längst nicht mehr so erfolgreich war. Diese Zeit gehörte zweifelsohne Liverpool die von 1970 bis 1990 ganze 11 Meisterschaften gewinnen konnten. Die Zeit des Alex Ferguson sollte diese Verhältnisse dann wieder ins rechte Licht rücken. Die beiden folgenden Dekaden gehörten dann auch Manchester United, was die Rivalität noch verstärken sollte. Denn als 1990 Liverpool ihre 18. Meisterschaft feierte, die bis dato letzte, waren die Reds unumstrittener Rekordmeister noch weit vor Everton mit 9, während Manchester United lediglich 7 Meisterschaften vorweisen konnte.

 

So schien es am Anfang der 90er Jahre so als würde Manchester United niemals Liverpool einholen können, doch durch die zahlreichen Titel in der Premier League kam dieses Ziel wieder in schlagweite.

Und je näher Manchester diesem Ziel kam, desto intensiver wurden, von beiden Seiten, die Duelle geführt. Durch die Meisterschaft im Jahr 2008/09, die die 18. Meisterschaft für Manchester United bedeutete, war nun Liverpool nicht mehr der alleinige Rekordchampion in England. In diesen beiden Dekaden gab es unzählige packende und auch hitzige Duelle zwischen diesen beiden Mannschaften aus dem Nordwesten Englands. Bedeutend für Manchester United war vor allem der 1-0 Sieg gegen Liverpool am 11. Mai 1996 im FA Cup Finale.

Dieses FA Cup Finale war nach 1977 das insgesamt zweite Finale im FA Cup in dem sich die beiden Teams aus dem Nordwesten Englands gegenüber standen und auch das Finale 1977 ging an die Red Devils. Das Finale im Jahr 1977 war besonders hart umkämpft, da Liverpool die Möglichkeit hatte Meisterschaft, FA Cup und Europapokal zu gewinnen. Manchester United setzte natürlich alles daran um dies zu verhindern. Innerhalb von nur fünf Minuten zerstörten die Red Devils durch Tore von Pearson und Greenhoff alle Titelträume der Reds. Unvergessen ist sicherlich auch Manchester Uniteds Last-Minute Sieg gegen Liverpool im FA Cup 1998/99, bei dem Yorke und Solskjaer in der wirklich aller letzten Minute das Spiel noch zu einem 2-1 drehen konnten.

 

Paralellen in der Clubgeschichte beider Teams

Doch trotz dieser großen Rivalität zwischen den beiden Teams, weisen beide Clubs erstaunliche Gemeinsamkeiten auf und diverse Querverbindungen. Neben den 36 Titeln die Liverpool und Manchester United in der Meisterschaft erringen konnten, stehen außerdem 18 FA Cups, 11 League Cups und 12 europäische Titel zu Buche. Damit sind beide Teams die mit großem Abstand erfolgreichsten Vereine in der Geschichte Englands. Neben Sir Matt Busby, der fast in Liverpool gelandet wäre, gibt es weitere Querverbindungen zwischen Manchester United und Liverpool FC. Ferderick Attock der Vorsteher der Lancashire & Yorkshire Railway, der Manchester United am 5. März 1878 gründete, wurde 1846 in Liverpool geboren und wuchs in der Hafenstadt an der Mersey auf.

Munich Air Disaster (Foto: Brian Skahan)

Doch beide Clubs mussten auch große menschliche Tragödien bewältigen, während 1958 bei dem Munich Air Disaster 23 Menschen ihr Leben lassen mussten, starben 1989 im Hillsborough Stadion 96 Zuschauer, zum größten Teil Fans des Liverpool FC. Seit diesem großen Unglück zieren das Wappen des Liverpool FC zwei Fackeln zum Gedenken an die Opfer, sowie der Schriftzug „You’ll never walk alone“. Für beide Katastrophen gibt es heute zahlreiche Gedenktafeln, die an die Toten erinnern. Auch diese Katastrophen fanden auf sehr unschöne Weise Eingang in die Rivalität, indem Fans von Liverpool in Gesängen die toten Spieler von Manchester United verspotteten.

 

An dieser Stelle sei aber der Fairness halber angemerkt, dass auch die Fans der Red Devils sich mit Spott über das Hillsborough-Unglück Gehör verschafften. Zwar sind dies in beiden Fällen wohl nur Gruppen von Fans gewesen und bei weitem nicht alle, aber dennoch gehören diese Kapitel eindeutig zu jenen auf die man als Fan des betreffenden Vereins wenig stolz sein kann.

Neben diesen unschönen Vorkommnissen gibt es aber auch eine andere Seite, jene die sich als stets ironisch witziger Ausdruck der Rivalität darstellt. Neben den unzähligen Gesängen sind vor allem die Transparente das visuelle Sprachrohr der Fans um ihre gegenseitige Abneigung zum Ausdruck zu bringen, jedoch nicht ohne eine gehörige Portion Ironie und Humor. So konnte man auf einem Transparent der Reds in den 90ern lesen: “Au Revoir Cantona and Man United…Come back when you’ve won 18! “, die Antwort der Red Devils folgte kürzlich: „You told us to come back when we’ve won 18…We are back.“ 

 

Spieler beider Teams können sich der Rivalität nicht entziehen

Doch nicht nur die Fans beider Clubs lassen sich von dieser großen Rivalität anstecken, sondern auch die Spieler. So zeigte Steven Gerrard einem Filmteam seine Sammlung von Fußballtrikots die er im Laufe seiner Karriere bei den Reds durch Trikottausch gesammelt hatte und bemerkte dazu, dass er kein einziges Trikot von Manchester United besitze und diese würden, so Gerrard weiter, auch niemals den Weg in sein Haus finden. Nach dem Sieg im FA Cup 2006 gegen Manchester United wurde Gerrard mit den Worten zitiert: „Während der 90 Minuten Fußball wollte ich nur eines, dass United stirbt.“

Gary Neville (Foto: Austin Osuide)

Auf Seiten von Manchester United macht Gary Neville auch keinen Hehl aus seiner Abneigung gegenüber Liverpool. So beschreibt er den Sieg in der Nachspielzeit gegen Liverpool im Jahr 2007 vor der Kop als lebenslangen Traum. Gary Neville ist wohl der Mancunian der den Hass und die Abneigung auf Liverpool geradezu zu einer Kultur erhebt. Ein Interview mit Gary Neville entgleiste derart, dass sich sein Vater, Neville Neville, genötigt sah das Mirko des Journalisten auszuschalten. Angeblich soll Gary darauf seinem Vater entgegnet haben: „Versteh doch, Dad, ich hasse sie wirklich.“ Ähnliches gilt für Wayne Rooney, der aus einer Familie von Toffee Fans stammt und den Reds ebenfalls nicht zugetan ist.

 

Diese Rivalität, die auch unter den Spielern so intensiv geworden ist, führte unter anderem dazu, dass lediglich 9 Spieler den direkten Wechsel zwischen den beiden Teams wagten und seit 1964 kein einziger direkter Wechsel zu verzeichen war. Der letzte Spieler der Manchester in Richtung Liverpool verlies war im April 1964 für die Summe von £25.000 Phil Chisnall,  seitdem gab es keine weiteren Transfers mehr. Andere Spieler fanden über andere Teams den Weg zu einem der beiden Rivalen, so bspw. Paul Ince, Michael Owen und Peter Beardsley. Doch auch die Trainer beider Teams mischten in diesem Bruderkampft ordentlich mit, legendär sind die Verbalattacken von Benitez und Ferguson. Alex Ferguson sagte selbst einmal, dass er einen Meister wie Chelsea, Arsenal oder Blackburn gut verkraften könnte, aber Liverpool? „No way“ soll der streitbare Schotte einst verlautet haben lassen.

 

Nordenglische Blutfehde, eine Vendetta

Um die Rivalität zwischen den Vereinen vielleicht abschließend richtig einordnen zu können, eignet sich am ehesten eine Passage aus Stuart Maconies Buch „Pies and Prejudice: In the search of the North“ in der es sinngemäß heisst: „Die Rivalität zwischen Liverpool und Manchester ist nicht mit der Rivalität zwischen Edinburgh und Glasgow zu vergleichen, die aufgrund von kulturellen Unterschieden entstanden ist. Vielmehr macht es keinen Sinn die Rivalität zwischen Manchester und Liverpool als solche zu bezeichnen, es ist weit mehr als das. Es ist eine Vendetta, eine Blutfehde die mit sizilianischer Inbrunst geführt und gepflegt wird. Die Bosheit und Missgunst der Fans hat sich auf die Spieler übertragen, von denen keiner mehr seit 1964 zwischen den Teams wechselte und überwiegt bei weitem die Rivalität mit den Stadtrivalen Manchester City und Everton FC.“ So wird die M62 zwischen Manchester und Liverpool auch in Zukunft ein Sinnbild für die große Rivalität beider Clubs bleiben, gepflegt von den Fans und adaptiert von den Spielern beider Teams.

 
 
 
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