| Munich Air Disaster | ||
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Die Tragödie von München Das Munich Air Disaster bei dem zahlreiche Spieler, Funktionäre und Reporter in München-Riem ums Leben kamen, ist wohl das mit Abstand schrecklichste und tragischste Ereignis in der Geschichte von Manchester United. Am 6. Februar 1958 stürzte die Maschine der British European Airways Flug-Nr. 609 bei einem Startversuch am Flughafen München-Riem ab. An Bord der Unglücksmaschine befanden sich neben der Flugzeugbesatzung, das komplette Team von Manchester United inkl. Trainer- und Funktionärsstab, zahlreiche Reporter sowie Fans von Manchester United. Von den 44 Personen an Bord der Maschine überlebten den Absturz lediglich 21, mit zum Teil schweren und lebensgefährlichen Verletzungen.
Manchester United in den Spielzeiten 1955/56, 1956/57 und 1957/58 Als Manchester United in der Saison 1955/56 nach 1951/52 wieder die englische Meisterschaft gewinnen konnte, bot sich Sir Matt Busby und seinen Busby Babes im folgenden Jahr eine einmalige Gelegenheit. Mit dem Gewinn der Meisterschaft hatte sich Manchester United für den im April 1955 neu ins Leben gerufenen Europapokal der UEFA qualifiziert. Nachdem die FA noch im Vorjahr dem damaligen Meister, den Pensioniers, die Teilnahme verweigert hatte, konnten sich Matt Busby und Harold Hardman, der Vorsitzende der United mit Hilfe des Vorsitzenden der FA, Stanley Rous, durchsetzen und so zur Saison 1956/57 als erstes englisches Team im Europapokal antreten. Diese erstmalige Teilnahme war ein großer Erfolg für das Team um Sir Matt Bubsy, denn sie erreichten das Halbfinale und scheiterten nur knapp am späteren Gewinner, Real Madrid.
Doch trotz der Niederlage waren sich Experten in ganz Europa einig, dass diesem Team aufgrund seiner Qualität und Jugend die europäische Zukunft gehören wurde. Nachdem man 1956/57 erneut die englische Meisterschaft gewinnen konnte, sollte in der folgenden Saison ein neuer Anlauf unternommen werden um Europas Korne im Fußball zu gewinnen. Nachdem United in der ersten Runde erfolgreich die Shamrock Rovers und Dukla Prag ausgeschaltet hatte, wurde im Viertelfinale Roter Stern Belgrad dem Team aus dem Nordwesten Englands zugelost.
Am 21. Januar 1958 fand das Hinspiel im Old Trafford statt, dass United mit 2-1 gewinnen konnte. Das Rückspiel in Belgrad sollte am 5. Februar 1958 stattfinden und zu diesem Zwecke charterte United eine Maschine der British European Airways von Manchester nach Belgrad, um sicher zu gehen, dass die folgenden Ligabegegnungen am Wochenende nicht in Gefahr sein würden. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Fliegen zu jener Zeit keine alltägliche Sache war und bei weitem nicht so sicher wie in unserer heutigen Zeit. So musste Manchester United bereits nach dem Spiel gegen Prag nach Amsterdam ausweichen, da starker Nebel einen Direktflug nach Manchester verhinderte. Von dort ging es mit der Fähre weiter nach England. Aufgrund dieser Tatsache und um keine Spiele verschieben zu müssen entschied man sich eine Maschine zu chartern. Das Rückspiel in Belgrad verlief für die Busby Babes sehr erfolgreich, zwar kam man über ein 3-3 nicht hinaus, aber es reichte um in die Halbfinalspiele im Europapokal einzuziehen.
Die Rückreise aus Belgrad und die Landung in München
Die Rückreise der Busby Babes begann am Belgrader Flughafen ohne große Schwierigkeiten, aber mit einer kleinen Verzögerung von einer Stunde, da Johnny Berry, einer der Spieler, seinen Pass verloren hatte. Um 13:15 GMT landete die Maschine der British European Airways planmäßig zum Nachtanken am Flughafen München Riem. Gegen 14:19 GMT war die Flugnr. 609 mit dem Namen Lord Burghley zum Weiterflug nach Manchester bereit und erhielt vom Tower die Startfreigabe. Für den Rückflug hatte Cpt. James Thain die Steuerung an seinen Co-Piloten Cpt. Kenneth Rayment übertragen, letzter bemerkte jedoch während des Startversuchs, dass der Backbordmotor in der Leistung zu schwanken begann als sie die maximale Leistungskraft erreicht hatten. Dies und die Tatsache, dass sich der Backbord Motor seltsam anhörte, veranlassten Cpt. Kenneth Rayment dazu den ersten Startversuch abzubrechen. Nachdem ein zweiter Startversuch ebenfalls misslungen war und nach 40 Sekunden abgebrochen wurde, wurden alle Passagiere gebeten das Flugzeug zu verlassen und in der Halle des Flughafens auf den Weiterflug zu warten. Währenddessen hatte es auch noch zu allem Überfluss angefangen zu schneien, so dass eine Rückkehr am 6. Februar eher unwahrscheinlich wurde. Den unbeabsichtigten und verlängerten Aufenthalt nutzte Duncan Edwards, einer der jüngsten Spieler im Dress von United dazu seiner Wirtin in Manchester folgendes Telegram zu schicken: „Alle Flüge gestrichen, fliege morgen. Duncan“. Unterdessen informierte Cpt. James Thain den Ingenieur Bill Black über die Probleme der Maschine der Ambassador Klasse. Nachdem die langsame Öffnung der Drosselklappe bei diesem Motor keine Wirkung gezeigt hatte, betrachtete Black als einzig verbleibende Lösung die Reparatur des Fehlers im Flughafen und den Rückflug auf den folgenden Tag zu verschieben. Thain der bestrebt war den Zeitplan einzuhalten, war jedoch der Meinung das eine noch langsamere Öffnung der Drosselklappe ausreichen würde um der Maschine beim Start die notwendige Stabilität zu geben. Dies aber bedeutete, dass die Maschine die komplette Starbahn benötigen würde um die erforderliche Stargeschwindigkeit zu erreichen.
Dennoch glaubte Thain nicht daran, dass dies ein Problem darstellen könnte und trotz des nun heftiger werdenden Schnellfalls lies er die Passagiere nur 15 Minuten nach dem Verlassen des Flugzeuges wieder einsteigen. Gegen 14:56 GMT rollte das Flugzeug für einen erneuten Starversuch auf die Starbahn und um 14:59 GMT erhielt Cpt. Kenneth Rayment vom Tower, jetzt am Startpunkt der Bahn angekommen, die erneute Startfreigabe. Alle letzten Checks und Kontrollen verliefen ohne Fehler, während den Piloten vom Tower mitgeteilt wurde, dass ihr Startfenster noch bis 15:04 geöffnet sei.
Die Katastrophe Nach kurzen Überlegungen entschlossen sich die Piloten den Starversuch nun durchzuführen und teilten dies dem Tower um 15:03 GMT mit. Die Drosselklappen wurden langsam geöffnet und die Bremsen gelöst, worauf der Funkoffizier Bill Rogers dem Tower mitteilte „ Zulu Unifom rolling.“ Aufgrund des Schnellfalls behinderte auch der Matsch auf der Startbahn die Beschleunigung des Flugzeuges während Thain begann die Geschwindigkeit laut anzugeben. Bei 85 Knoten begann der Backbordmotor jedoch wieder in der Leistung zu schwanken, was den Piloten dazu veranlasste die Drosselklappe leicht zu schließen bevor er sie wieder erneut öffnete. Nachdem eine Geschwindigkeit von 117 Knoten erreicht war, bei der ein Startabbruch nicht mehr risikolos war, bereitete sich Cpt. Rayment darauf vor bei einer Geschwindigkeit von 119 Knoten, die er mindestens benötigte um die Maschine in die Luft zu bringen, abzuheben, doch die Meldung von Cpt. Thain kam nicht.
Bei einer Geschwindigkeit von 117 Knoten begann die Maschine in der Beschleunigung erneut zu schwanken bis sie sich plötzlich, bedingt durch einen Leistungsabfall, zunächst auf 112 Knoten und dann auf 105 Knoten verlangsamte. In diesem Moment war beiden Piloten wohl klar, dass sie das Flugzeug nicht mehr rechtzeitig hochbringen würden angesichts der Tatsache, dass sie nur noch wenige hundert Meter vom Ende der Startbahn entfernt waren. Kurz nachdem das Flugzeug das Ende der Startbahn erreicht hatte, geriet es außer Kontrolle, durchbrach den Zaun der den Flughafen begrenzte und raste über die angrenzende Straße bevor ein angrenzendes Haus den Backbordflügel der Maschine komplett abriss. Ein Teil des Hecks wurde ebenfalls abgerissen und bevor das Flugzeug oder das was noch von ihm übrig war zum Stillstand kam, traf es ein Lager in dessen Inneren sich ein LKW mit Reifen und Kraftstoff befand. Dieses Lager fing sofort Feuer und auch das Haus, welches die Maschine gestreift hatte, begann zu brennen. Die vier Familienmitglieder der sechsköpfigen Familie, die zum Zeitpunkt des Unglücks im Haus waren konnten sich jedoch glücklicher Weise in Sicherheit bringen bevor das Haus niederbrannte. Zwanzig Passagiere waren auf der Stelle tot und Cpt. Thain fürchtete, dass der brennende Kraftstoff das Flugzeug zum Explodieren bringen würde. Daher wies er seine Crew an, dass Flugzeug unter allen Umständen so schnell wie möglich zu evakuieren. Unglücklicherweise war Cpt. Rayment durch den Aufprall eingeklemmt und Cpt. Thain konnte seinen Co-Piloten nicht befreien. Erst nachdem ihn dieser aufforderte ohne ihn zu gehen, verlies er das Flugzeug. Nachdem er am Fuße der Notrutsche angekommen war sah er, dass die Flammen bereits den Steuerbordflügel erreicht hatten und ermahnte alle Evakuierten sich so weit wie möglich vom Flugzeug zu entfernen. Er selbst stieg erneut ins Flugzeug um die Handfeuerlöscher zu holen und Rayment mitzuteilen das er zurückkommen werde sobald die Flammen unter Kontrolle seien. Die Mitglieder der Crew, sowie die Passagiere die nicht sofort tot waren konnten sich aus dem brennenden Wrack befreien und ins Freie gelangen.
Todesopfer und Überlebende Bei dieser Flugzeugkatastrophe starben insgesamt 23 Menschen, davon 20 unmittelbar nach dem Unglück. Tom Cable (Steward), Geoff Bent (Spieler), Liam Whelan (Spieler), Roger Byrne (Spieler), Tommy Taylor (Spieler), Eddie Colman (Spieler), David Pegg (Spieler), Mark Jones (Spieler), Walter Crickmer (Club Secretary), Tom Curry (Coach), Bert Whalley (Chief Coach), Eric Thompson (Reporter, Daily Mail), Alf Clarke (Reporter, Manchester Evening Chronicle), Donny Davies (Reporter, Manchester Guardian), Henry Rose (Reporter, Daily Express), George Follows (Reporter, Daily Herald), Archie Ledbrooke (Reporter, Daily Mirror), Tom Jackson (Reporter, Manchester Evening News), Willie Satinoff (Fan und Freund von Matt Busby) und Bela Miklos (Reiseberater). An den Folgen ihrer Verletzungen verstarben kurze Zeit danach, Duncan Edwards (Spieler), Frank Swift (Reporter, News of the World) und Cpt. Kenneth Rayment (Co-Pilot). Frank Swift der ehemalige Torwart der Citizens und Reporter für die News of the World verstarb bereits auf dem Weg ins Rechts der Isar Hospital, wohin alle anderen Verletzen gebracht wurden. 15 Tage später verstarb Duncan Edwards nach schweren Verletzungen im Hospital und 3 Wochen später Co-Pilot Kenneth Rayment.
Der Manager, Matt Busby, war so schwer verletzt, dass ihm die Ärzte lediglich eine 50%ige Überlebenschance einräumten. Johnny Berry und Jackie Blanchflower, zwei große Talente mussten nach dem Unglück aufgrund ihrer erlittenen Verletzungen ihre Fußballkarriere beenden. Kenny Morgans, jüngster Spieler der United, der von zwei Journalisten bewusstlos fünf Stunden nach dem Crash aufgefunden wurde, war nie wieder der Alte und wechselte schließlich 1961 nach Swansea und später zu Newport County. Harry Gregg, der neben Bobby Charlton, Jackie Blanchflower, Dennis Viollet auch Vera Lukic und ihr Baby aus den Flammen rettete, spielte noch bis 1966 bei United bevor er dann noch für ein Jahr zu Stoke City ging. Bill Foulkes spielte wie Bobby Charlton weiter für die große United, die schließlich 10 Jahre später den Europapokal dennoch gewinnen sollte. Dennis Violet blieb den Red Devils noch bis 1962 treu bevor es ihn nach Stoke City zog.
Folgen der Flugzeugkatastrophe Kein Ereignis ist der Geschichte von Manchester United ist wohl in seiner Wirkung so nachhaltig wie tragisch, wie das Flugzeugunglück am 6. Februar 1958. Während Matt Busby über zwei Monate im Hospital verbringen musste, übernahm übergangsweise sein Assistent Jimmy Murphy die sportlichen Geschicke von Manchester United. Trotz des durch zahlreichen Todesopfer und schwerwiegende Verletzungen dezimierten Teams, schaffte es Murphy irgendwie die Saison zu Ende zu bringen. Zwar stürzte United in der Liga auf den 9. Platz und im Europapokal schied man erwartungsgemäß gegen den AC Mailand aus, was aber angesichts der Tatsache, dass nun hauptsächlich Jugend- und Reservespieler zu den Spielen antraten, nicht verwundert. Diese Ergebnisse rücken jedoch klar in den Hintergrund der tragischen Ereignisse die so zahlreiche Menschenleben forderten. Nachdem Matt Busby sich von seinen schweren Verletzungen und den Zweifeln über seine Zukunft erholt hatte, begann er wieder damit ein schlagkräftiges Team aufzustellen um 10 Jahre später zusammen mit Spielern wie Bobby Charlton und Bill Foulkes endlich den Europapokal zu gewinnen. Noch heute hat dieses Ereignis in den Köpfen vieler Menschen eine große Bedeutung, doch auch die Spieler die damals umkamen sind nie wirklich in Vergessenheit geraten. Im Gegenteil welchen Status sie haben zeigt z.B. die Wahl zum Spieler des Jahrhunderts, bei der es Duncan Edwards in die Top 10 schaffte.
Es gibt viele Orte die an das tragische Ereignis vom 6. Februar 1958 erinnern, so sind in Old Trafford Gedenktafeln angebracht, die an die Todesopfer erinnern. Außerdem wurde hinter der Osttribüne eine Uhr zum Gedenken montiert, die das Datum des Unglücks „6. Februar 1958“ zeigt. In München gibt es zwei Gedenkstätten für die Opfer des Flugzeugunglücks vom 6. Februar 1958, neben einem Gedenkkreuz aus Holz in Trudering wurde am 22. September 2004 unweit des Holzkreuzes eine Gedenktafel aus Granit aufgestellt die der in Old Trafford nachempfunden ist. Auf dieser Gedenktafel ist zu lesen „Im Gedenken an all jene die bei der Flugzeugtragödie von München am 6. Februar 1958 ihr Leben ließen.“ Am 24. April 2008 entschied die Stadt München den Ort an dem die Gedenktafel aufgestellt wurde, in Manchesterplatz umzubenennen. Zum 50. Jahrestag des Unglücks wurde den Opfern erneut gedacht und am 6. Februar 2008 der Tunnel unterhalb der Südtribüne in „Munich Tunnel“ umbenannt. Vier Tage später trugen die Red Devils beim Derby gegen Manchester City die Trikots der 58er Mannschaft und gedachten ihrer vor dem Anstoß durch eine Schweigeminute, sowie durch die Kranzniederlegung von beiden Teams, sowohl der Red Devils als auch der Citizens. Neben dem tragischen Verlust der Menschenleben am 6. Februar möchten wir mit diesem Bericht auch der Opfer des Flugzeugabsturzes des FC Turin vom 4. Mai 1949, bei dem alle Insassen ums Leben kamen, sowie Allianza Lima, die ihre komplette Mannschaft am 8. Dezember 1987 durch einen ein Flugzeugunglück verlor, gedenken. |
















