| Old Trafford | ||
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Planung und Bau des Old Trafford (1909 - 1910) Das Old Trafford oder auch „Theatre of Dreams“ wurde 1909 vom schottischen Architekten Archibald Leitch erbaut und ist seit dem 19. Februar 1910 die Heimat von Manchester United. Mit einer Kapazität von 75.957 Zuschauerplätzen ist das Old Trafford nach dem Wembley Stadion das zweitgrößte Fußballstadion in England und das 10. größte Stadion in Europa. Mit dem Wembley zusammen gehört das „Theatre of Dreams“ zu den beiden einzigen 5 Sterne Stadien Englands. Den Beinamen "Theatre of Dreams" soll Sir Bobby Charlton, in Anspielung auf die großartigen Spiele, dem Stadion gegeben haben. Die Idee zum Bau eines neuen Stadions kam 1909 vom Vorsitzenden der United, John Henry Davis, der wenige Jahre zuvor, zusammen mit anderen Geschäftsleuten, Newton Heath vor dem sicheren Bankrott gerettet und den Verein in Manchester United umbenannt hatte.
Nachdem Manchester United in der Saison 1907/08 zunächst die englische Meisterschaft und in der folgenden Saison den FA Cup gewonnen hatte, empfand John Henry Davis das damalige Stadion an der Bank Street, den Bank Street Football Ground als eines englischen Meisters und Pokalsiegers nicht angemessen, da die Bank Street doch erhebliche Mängel offenbarte. So zogen oft, auch während des Spielbetriebs, große Rauchwolken der benachbarten Fabriken über das Spielfeld. Daher beschloss der Vorsitzende der United im Jahr 1909 ein neues Stadion für seine United bauen zu lassen.
John Henry Davies, der bekannt dafür war sein Geld wohl überlegt auszugeben, begann sogleich damit das nötige Geld aufzutreiben und nach einem geeigneten Bauplatz Ausschau zu halten. Und so wurde der englische Brauereibesitzer einmal mehr zum großen Wohltäter und Retter seiner United. Nach einigen Besichtigungen von Grund und Boden, entschied sich John Henry Davies schließlich für ein Grundstück am Bridgewater Kanal am nördlichen Ende der Warwick Road in Old Trafford, Greater Manchester, südwestlich vom Stadtzentrum Manchesters gelegen. Ach heute gibt es die Straße mit dem Namen Warwick Road noch, wenn gleich die Straße deutlich an Länge eingebüßt hat. Während die ehemalige Warwick Road North heute Sir Matt Busby Way heißt, verbindet die heutige Warwick Road den Old Trafford Football Ground mit dem südlich gelegenen Old Trafford Cricket Ground. Mit dem Bau wurde der schottische Architekt Archibald Letch beauftragt, der bereits zahlreiche Stadien wie den Ibrox Park, Anfield, Craven Cottage, Highbury oder die White Hart Lane erbaut hatte.
Ursprünglich war das Old Trafford mit einer Kapazität von 100.000 Zuschauern geplant. Jedoch wichen die Kosten mit dem Kauf des Grundstücks zur geplanten Größe doch erheblich nach oben ab. War man anfänglich von Kosten in Höhe von £60.000 ausgegangen, so stiegen die Kosten im Laufe des Projekts um mehr als die Hälfte. Nach einer Empfehlung von Klubsekretär John Bentley wurde dann die ursprünglich geplanten Kapazität nach unten korrigiert und das Stadion mit „nur“ 80.000 Plätzen geplant. Die Pläne sahen vor, dass die Südtribüne überdacht werden, während die Nord-, Süd- und Westtribüne ungeschützt bleiben sollten. Die Bauarbeiten inklusive der Grundsteinlegung, die noch im Jahre 1909 stattfand, wurden durch Messrs Brameld und Smith of Manchester ausgeführt.
Bereits Ende 1909 konnte die neue Heimat von Manchester United fertig gestellt werden und wurde am 19. Februar 1910 im Rahmen des regulären Ligaspiels gegen Liverpool F.C. eröffnet. Zu diesem ersten Spiel fanden ca. 45.000 Zuschauer ihren Weg ins Old Trafford, die zwar eine 3-4 Niederlage gegen Liverpool sahen, dies jedoch kaum die Freude über das neue Stadion trüben konnte, zumal die Zuschauer eine packende Partie sahen. In den folgenden Jahren war das Old Trafford nicht nur Heimat von Manchester United, sondern auch diverser FA Cup Finals. Das erste Finale im Old Trafford fand bereits 1911 zwischen Newcastle United und Bradford City statt, ein weiteres folgte im Jahr 1915 mit der Begegnung zwischen Sheffield United und Chelsea F.C., dass vor 50.000 Zuschauern ausgetragen wurde.
Moderinsierung, Luftangriffe und Neuaufbau (1910 - 1949) Am 27. Dezember 1920 konnte Manchester United die wohl, bis dato, höchste Kulisse verbuchen, zu einem Ligaspiel gegen die Villians kamen sage und schreibe 70.504 Zuschauer. Doch die Rekordkulisse vor dem Zweiten Weltkrieg war am 25. März 1939 zu vermelden, bei der zwar ohne die Beteiligung der United, 76.962 Zuschauer zu dem FA Cup Halbfinale zwischen den Wanderers und den Mariners kamen. Erstmalig wurde das Old Trafford im Jahr 1936 umgebaut und modernisiert, u.a. wurde die Nordtribüne (United Road Stand) komplett überdacht. 1938 folgten dann die äußeren Bereiche der Südtribüne.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs kam der Ligabetrieb vollkommen zum erliegen und Manchester United spielte lediglich in der sog. War League. Zwar wurde der Spielbetrieb so gut es ging aufrecht erhalten, dies gestaltete sich vor allem vor dem Hintergrund schwierig, dass das Militär das Old Trafford nun auch als Depot nutzte. Ein deutscher Luftangriff am 22. Dezember 1940 zwang Manchester United jedoch, dass leicht beschädigte Stadion vorübergehend zu verlassen. Am 8. März 1941 konnte der Spielbetrieb wieder im Old Trafford aufgenommen werden, doch die Freude über das Comeback des Stadions war nur von kurzer Dauer. In den frühen Morgenstunden des 11. März 1941 erfolgte ein erneuter deutscher Luftangriff, der ungleich heftiger war, als der erste, kurz vor Weihnachten. Dieser Angriff beschädigte das Old Trafford schwer, so wurde u.a. die Südtribüne komplett zerstört. Die Reparaturarbeiten am Stadion sollten sich dann über einen Zeitraum von 8 Jahren erstrecken, in der das Old Trafford nicht für Fußballspiele nutzbar war. So sah sich Manchester United gezwungen auf ein anderes Stadion auszuweichen und man trug fortan seine Heimspiele im Stadion an der Main Road, der Heimat der Stadtrivalen, den Citizens, aus. Neben menschlichem Leid war der Bombenangriff auf das Old Trafford auch finanziell ein absolutes Desaster. Zwar sicherte die Kommission für Kriegsschäden Manchester United Hilfe in Höhe von £22.278 zu, um den Schutt zu beseitigen und die nötigsten Reparaturen durchzuführen, jedoch musste United alleine für die Miete der Maine Road £5.000 pro Jahr an den Rivalen Manchester City überweisen. Da die finanzielle Hilfe bei weitem nicht zur vollkommenen Wiederherstellung des Stadions reichte geriet man schnell in akute finanzielle Schieflage, zumal United auch jedes Jahr die, für damalige Verhältnisse, horrende Miete aufbringen musste. Auch ein Bittgesuch des Parlamentsmitgliedes von Stoke, Ellis Smith, die Hilfszahlungen an United zu erhöhen, stieß bei der Administration auf taube Ohren.
Die Rückkehr ins Old Trafford und erste Flutlichtspiele (1949 - 1990) Und so rettete sich Manchester United mit mittlerweile £15.000 Schulden im Jahr 1949 zurück ins Old Trafford. Manchester United bestritt ihr erstes Spiel im Old Trafford seit 10 Jahren unter der Führung des neu engagierten Managers Matt Busby am 24. August 1949. Die 41.748 Zuschauer sahen einen beeindruckenden 3-0 Sieg von Manchester United über die Trotters. Im Jahr 1951 wurde das Dach der Haupttribüne wieder hergestellt und zwei weitere Tribünen in den folgenden Jahren überdacht. Den Abschluss dieser Umbauarbeiten bildete die Überdachung von Stretford End, der heutigen Westtribüne. Auch wurden im Old Trafford Flutlichtanlagen installiert, dies war entscheidend, da man ab 1956 an den neu ins Leben gerufenen europäischen Wettbewerben teilnahm. Da diese Spiele meist in den Abendstunden stattfanden, konnten diese nun auch im Old Trafford ausgetragen werden, anstatt wie üblich bei Spielen unter einsetzender Dunkelheit auf die Maine Road auszuweichen.
Das erste Spiel unter Flutlicht im Old Trafford fand am 25. März 1957 vor 60.349 Zuschauern beim Ligaspiel gegen die Bolton Wanderers statt. Trotz der Möglichkeit für die Zuschauer nun Spiele bei Dunkelheit zu besuchen, war die Sicht in manchen Bereichen des Old Trafford doch noch erheblich eingeschränkt, dies ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Pfeiler für die Überdachung die Sicht behinderten. So wurden im Zuge der Modernisierungen für die Weltmeisterschaft 1966 die Pfeilerkonstruktionen zugunsten der freien Sicht durch dachgestützte Träger ersetzt.
Diese Modernisierung betraf zunächst nur die United Road Stand (Nordtribüne), die zudem noch auf 20.000 Plätze erweitert wurde. Die Tribüne wurde von Mather und Nutter komplett umstrukturiert und beinhaltete auch die ersten Privatlogen im englischen Fußball.
Nach demselben Muster wurde dann auch die letzte verbliebene unüberdachte Tribüne, die Osttribüne moderninsiert. Bereits während der Umbauarbeiten an der East Stand entstanden die Pläne zum Umbau der beiden anderen Tribünen, der West- und Südtribüne. Diese Pläne sahen zudem vor die verbliebenen Freiräume zwischen den einzelnen Tribünen ebenfalls mit Plätzen auszubauen, um so die Atmosphäre während der Spiele noch zu erhöhen. Im Jahr 1975 folgte der nächste Schritt der Erweiterung und Modernisierung des Old Traffords. Zunächst wurden auf der Haupttribüne (South Stand) weitere Logen und ein Restaurant gebaut, um danach das Dach durch eine Konstruktion wie bei Nord- und Osttribüne zu ersetzen. Die Umbauarbeiten ermöglichten es zudem, die Büros von Manchester United von dem Süd-Ost Quadranten, also dem Verbindungsstück zwischen Osttribüne und Südtribüne, komplett in die Südtribüne zu integrieren. Dadurch, dass nun drei von vier Tribünendächern modernisiert waren, konnte man auch die alten Flutlichtpylone gegen eine neue Flutlichtanlage austauschen, die entlang des Daches montiert wurde.
Taylor Report und Ausbau des "Theatre of Dreams" (1990 - 2000) Der Taylor Report und die damit verbundenen Auflagen, zwangen Manchester United dazu die geplante Modernisierung von Stretford End, der Westtribüne, komplett zu überarbeiten, da der Taylor Report vorsah, dass alle Vereine in der ersten und zweiten Division in Sitzplatzstadien umgewandelt werden müssen. Auch die Stehplätze vor den anderen drei Tribünen mussten daher entfernt werden. War die Kapazität mit jeder Modernisierung von den ursprünglichen 80.000 Plätzen nach unten abgewichen, so erreichte sie nach der Umsetzung der neuen Auflagen einen absoluten Tiefpunkt mit 44.000 Sitzplätzen. Lediglich etwas mehr als die Hälfte der ursprünglichen Kapazität war dem Old Trafford geblieben.
Der Erfolg und die damit einhergehende steigende Popularität von Manchester United Anfang der Neunziger Jahre sollte auch am Old Trafford nicht spurlos vorübergehen. Und so wurde schnell klar, dass weitere Aufstockungen notwendig sein würden. Im Zuge der Vorbereitungen zur Europameisterschaft 1996 wurde die 30 Jahre alte United Road Stand abgerissen und neu aufgebaut. Manchester United erwarb zu diesem Zweck kaufte der Klub ein 20 Hektar großes Gelände in Trafford Park, dem Gewerbegebiet, auf der anderen Seite der United Road.
Die Bauarbeiten begannen im Juni 1995 und wurden im Mai 1996 beendet, während bereits zwei Bereiche der neuen Tribüne im Laufe der Saison eröffnet wurden. Der Umbau ohne den Landkauf kostete £19 Millionen und erhöhte die Gesamtkapazität auf 55.000 Plätze. Der Ausbau der East Stand (Osttribüne) im Januar 2000 lies die Gesamtkapazität auf 61.000 Plätze steigen, während die West Stand eine zweite Ebene erhielt und so die verfügbaren Plätze auf 68.217 stiegen. Das Old Trafford war zu deisem Zeitpunkt nicht nur das größte Stadion in England sondern auch im gesamten vereinigten Königreich. Nachdem das Old Trafford bei der Europameisterschaft 1996 drei Gruppenspiele, ein Viertel- und ein Halbfinale austrug, in der K.o. Runde die Spiele der deutschen Nationalmannschaft gegen Kroatien und England, fand das Finale der UEFA Champions League 2003 zwischen dem AC Mailand und Juventus Turin ebenfalls im Old Trafford statt. Und während des Baus des neuen Wembley Stadions wurden 12 von 23 Heimspielen der englischen Nationalmannschaft, der „Three Lions“, im Old Trafford ausgetragen.
Ausbau, Geburtstag und Zukunftspläne (2000 - 2010) Die vorläufig letzten Umbauarbeiten begannen im Juli 2005 und endeten im Mai 2006. Im Rahmen dieser Aufstockung wurde den Nord-West und Nord-Ost Quadranten jeweils eine weitere Ebene hinzugefügt, was die Kapazität auf 76.212 erhöhte. Den Zuschauerrekord gab es am 31. März 2007 gegen die Blackburn Rovers als dieses Spiel 76.098 Zuschauer verfolgten. Dieser Rekord wird wohl auch bis zum nächsten Umbau bestand haben, da im Jahr 2009 durch eine Neuorganisation der Sitzplätze die maximale Zuschauerzahl leicht auf 75.957 Zuschauer sank.
Seinen 100. Geburtstag feierte das Old Trafford am 19. Februar 2010 wie es sich gehört im Beisein seiner Familie. Neben zahlreichen Ausstellungen und Wettbewerben zum Geburtstag, u.a. eine Eröffnung einer Ausstellung im United Museum zum Old Trafford, erhielten die Fans am 14. März vor dem Spiel gegen Fulham eine Nachbildung des original Programmhefts zum ersten Spiel am 19. Februar 1910. In der Halbzeit feierten dann die Verwandten der Spieler die am ersten Spiel teilgenommen hatten mit den Fans und dem Old Trafford den Geburtstag. Dabei waren unter anderem die Nachkommen von John Henry Davies, Archibald Leitch, sowie der Spieler. Lediglich die Nachkommen von Ernest Mangnall, Dick Duckworth und Billy Meredith konnten nicht gefunden werden. Für die Zukunft ist ein weiterer Ausbau geplant, dies wird die Südtribüne betreffen, die anders als die übrigen Tribünen momentan nur eine Ebene aufweist. Sollte der Ausbau in ähnlichen Dimensionen wie der Ausbau der Nordtribüne und der damit verbundenen Nord-Ost und Nord-West Quadranten verlaufen, so wird am Ende von einer Gesamtkapazität von annähernd 95.000 Plätzen auszugehen sein. Im Jahr 2009 hat dies auch George Johnstone, Manager für Immobilien bei United auch bestätigt, allerdings wäre ein Ausbau ungleich schwieriger und kostenintensiver als der Ausbau der anderen Tribünen. Zunächst verläuft die Eisenbahnlinie direkt hinter der South Stand, zum anderen befindet sich das Gebiet dahinter in Privatbesitz, was natürlich ebenfalls ein potentielles Hemmnis darstellt. Doch trotz dieser möglichen Einschränkungen gäbe es, so Johnstone, bereits Pläne für einen Ausbau. |

















