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Berbatov - Turnbull, Pearson und andere
Geschrieben von: Thorsten H.    Montag, 20. September 2010    Drucken E-Mail

Nach den der gestrigen Leistung im Nordwest Derby gegen Liverpool und der weiteren Performance von Dimitar Berbatov in der noch jungen Saison ist der 29jährige Bulgare in aller Munde, nicht nur das er nun mit 6 Treffern zusammen mit Florent Malouda die Torjägerliste der Premier League anführt, vielmehr schrieb Berbatov gestern Nachmittag Geschichte als ihm der erste Hattrick seit 64 Jahren gegen Liverpool gelang.

Show im Old Trafford (Foto: Imeda Goze)

Dimitar Berbatov gehört nun neben Peter James, Joe Spence, Sandy Turnball und Stan Pearson zu jenen Spielern denen dieses Kunststück gelang. Letzterem gelang in der Saison 1946/47 zuletzt ein Hattrick im Nordwest Derby, damals beim 5-0 Sieg, noch an der Maine Road, wo Manchester United nach der Bombardierung des Old Traffords seine Spiele aufstragen musste. Doch nicht nur die harten Fakten stechen den Fans von Manchester United im Moment ins Auge wenn es um Dimitar Berbatov geht, vor allem seine Wandlung zu einem gefährlichen Spielstil, wie es Nemanja Vidic ausdrückt. Und so scheint Berbatov der allzu oft in der Vergangenheit im Kreuzfeuer der Kritik stand, nun endlich in Manchester angekommen.

Berbatov, Rekordsummen und ein Lauf

Natürlich muss man mit derartigen Aussagen vorsichtig und mit Bedacht umgehen, sind doch erst 5 Spieltage einer Saison absolviert, die sich, und das weiß jeder Fan nur zu gut, noch lange ziehen wird. Dennoch schmälert das keinesfalls die bestehenden Leistungen von Berbatov, der zusammen mit Nani und Scholes wohl zu den besten Spielern der ersten Spieltage gehört.

Berbatov in der Kritik

Doch sein Weg war oft alles andere als leicht, zur Saison 2008/09 von den Spurs für die Rekordsumme von 38 Mio. € gekommen, war der Erwartungsdruck rund um Old Trafford immens. Zwar gelangen ihm weiter seine Tore und die Statistiken belegen, dass er im Vergleich zu seiner Zeit bei den Spurs im Schnitt ähnlich gut war, dennoch sah er sich schnell diversen Kritikern gegenüber, die ihn als zu phlegmatisch bezeichneten, ihm wurde zu wenig Durchsetzungsvermögen attestiert.

Und teilweise konnte man der Argumentationslinie der Kritiker durchaus folgen, denn zu oft wirkte Berbatov wie ein Fremdkörper im Spiel der großen United. Nicht nur einmal wurden deshalb Gerüchte laut das Berbatov auf der Abschlussliste stünde, was daran letztendlich wahr ist, dass wird nur Sir Alex Ferguson wissen. Fakt ist aber, dass nicht wenige der Fans von Manchester United sich mit den gezeigten Leistungen des Bulgaren nicht zufrieden zeigten.

Obwohl, dies sei an dieser Stelle angemerkt, seine statistischen Werte, wie oben erwähnt, nicht wesentlich schlechter waren als zur Zeit bei den Spurs. Im Schnitt kam Berabtov bei den Spurs auf einen Wert von 0,4 Toren pro Spiel, bei Manchester waren es in den beiden abgelaufenen Spielzeiten 0,33 Tore pro Spiel. Im letzten Jahr kam Berbatov sogar auf die gleichen Werte wie in seiner ersten Saison auf der Insel. Zwar sind Tore bei weitem nicht alles, doch sie sind schlichtweg das wesentliche Argument für einen Spieler auf seiner Position.

Vidic: "Berbatov hat seine Spielweise geändert"

Doch Berbatov scheint nun mit einer vollkommen anderen Einstellung in die Spiele zu gehen und die guten Leistungen im Training, die ihm Sir Alex Ferguson attestierte, lies der Bulgare auf dem Spielfeld Taten folgen. Der momentane Lauf des Bulgaren kommt nicht nur zur richtigen Zeit, da Rooney momentan Anlaufschwierigkeiten hat und nicht so richtig zu gewohnter Stärke und Treffsicherheit findet, sondern auch in einem Moment der für Berbatov selbst nicht günstiger hätte gewählt werden können.

Fans zufrieden (Foto: Austin Osuide)

Die Ursachen hiefür sind vielleicht in der von Vidic angesprochenen anderen Spielweise zu suchen, oder aber auch mit der geringeren Erwartungshaltung gegenüber dem Bulgaren zu erklären. Denn während Sir Alex Ferguson heute und in der Vergangenheit nicht müde wurde zu betonen, war zwar das Vertrauen in das Potential von Dimitar Berbatov kontinierlich vorhanden, aus der Perspektive der Fans stellt sich dies aber anders dar. Und so ist Berbatov vielleicht gerade deshalb auf dem Weg zu alter Stärke, weil er seine Leichtigkeit zurück gewonnen hat, die er zweifelsohne braucht um erfolgreich zu sein und im Zuge dessen der Druck deutlich nachgelassen hat. Natürlich verfügt Berbatov über ein immenses Potential, dass er das aber wieder abruft, daran dürften einige Fans ihre Zweifel gehabt haben.

Das 2-0 war symptomatisch

Und natürlich kommt mit dem Erfolg auch das Selbstvertrauen zurück, bezeichnend ist vor allem Berbatovs 2-0, dass er mit dem Rücken zum Tor stehend mit einer artistischen Einlage initiierte. Solche Bälle finden nur dann den Weg ins Tor wenn der Spieler selbstbewusst genug ist und das Glück, dass für solche Aktionen notwendig ist, mit einem geradzu einfachen Selbstverständnis einfordert.

Und beobachtet man die Reaktion der Mannschaft nach den Toren des Bulgaren so wird vor allem eins deutlich, nicht nur das sie mit ihm gelitten haben und sich nun für ihn und seinen Erfolg freuen, sie ist auch vielmehr Ausdruck einer kollektiven Erleichterung. So ist es für alle Spieler beruhigend zu wissen, dass wenn Rooney, der zweifelsohne eine grandiose Saison gespielt hat, eine Durststrecke zu überwinden hat, ein anderer Spieler diese Lücke jederzeit füllen kann.

Das hat Rooney nach Ronaldos Abgang getan und dies tut Berbatov ebenfalls. Natürlich sind die Leistungen des Bulgaren richtig einzuordnen und es wäre falsch nun in Euphorie zu verfallen, dennoch machen  die Leistungen ohne Zweifel Lust auf mehr und lassen alle Fans hoffen, dass dies nur der Anfang war. Der erste Schritt ist gemacht, doch nun müssen weitere folgen.

Berbatov: "Ein magischer Tag"

Berbatov selbst spricht indes von einem magischen Tag und seiner wahrscheinlich besten Leistung im Trikot von Manchester United, hofft aber auch, dass dies nicht das Ende war, sondern erst der Anfang. Und sollte Berbatov seine Leistungen konservieren können, dürfen sich die Fans von Manchester United auf den Tag freuen an dem Rooney wieder zur alter Form zurückfindet, denn dann verfügt United über ein Sturmduo, dass in der Lage ist sämtliche Abwehrreihen vor große Probleme zu stellen.

Doch das ist Zukunftsmusik und zunächst freuen wir uns über den Erfolg den Berbatov momentan hat und hoffen, dass diese Serie noch möglichst lange anhält, denn auch im Fußball findet ein Zitat von Lao-tzu Verwendung: "A journey of a thousand miles begins with a single step".

 
 
 
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