| Uniteds Neue - Bebe im Porträt | |||
|
|
Am Mittwochabend gab Manchester United für viele überraschend die Verpflichtung des 20jährigen Stürmers Bebe von Vitoria Guimarares bekannt. Nicht wenige dürften sich bei der Lektüre dieser Nachricht gefragt haben „Bebe, wer?“. Bisher war dieser junge Portugiese nur echten Kennern ein Begriff, dass hat sich nun mit der Verpflichtung durch Manchester United schlagartig geändert. Zumindest mit dem Namen wissen die meisten nun etwas anzufangen, doch wer genau ist eigentlich dieser Bebe? Wir wollen etwas Licht ins Dunkel bringen.
Bebe oder mit vollem Namen Tiago Manuel Dias Ferreira wurde am 12. Juli 1990 in Agualva geboren und so ganz anders als man sich die heutigen Nachwuchsspieler aus den Eliteakademien vorstellen mag. Er ist ein typischer Straßenfußballer, vergleichbar mit Wayne Rooney. Aber bereits hier endet schon die Gemeinsamkeit, denn seine Geschichte liest sich eher wie ein modernes Märchen. Aufgewachsen ist Bebe in einem Waisenhaus in Portugal, von dort riss er schon bald aus und lebte auf der Strasse. Der große Angreifer lernte dort mit anderen Straßenkindern auch das Fußballspielen.
Bebe ein echter StraßenfußballerDie Prägung durch die typischen Fußballakademien die viele Youngster heute mitbringen sucht man bei Bebe vergebens. Er ist nicht nur ein echter Straßenfußballer, sondern verfügt über eine ganz eigene Kreativität und einen unbändigen Willen. Man kann ihn durchaus als einen komplett altmodischen Spieler bezeichnen, der alles was wichtig ist auf der Straße gelernt hat. Dinge die einem nur die harte Schule des Lebens beibringen kann. So war Bebe auch Teil des portugiesischen Teams bei der Obdachlosen WM, von der CAIS berufen, jener Organisation die sich für die obdachlosen Fußballer Portugals verantwortlich zeichnet. Bebe wechselt nach AmadoraSpäter folgte eine Station bei dem Amateurverein Loures, angesiedelt in der gleichnamigen Kleinstadt mit 200.000 Einwohnern, bevor er bei einem Spiel von einem Scout von Amadora entdeckt wurde. Jorge Paixao, Bebes erster Trainer in Amadora, attestierte ihm das Potential um erfolgreich zu sein. Er sei stark, groß, technisch beschlagen, kopfballstark, verfüge über eine gute Physis und sei sehr schnell. Innerhalb kurzer Zeit durchlief Bebe die Jugendabteilungen des Drittligsten der bereits einige Größen hervorgebracht hatte und fand sich schnell im ersten Team wieder. Seine Fähigkeiten blieben auch den großen Teams aus der portugiesischen Liga nicht verborgen und so sicherte sich Vitoria Guimarares Ende Juli die Dienste des Angreifers. Doch auch die europäischen Topclubs waren auf den jungen Angreifer aufmerksam geworden, so soll José Mourinho, Trainer von Real Madrid ein Auge auf den robusten Angreifer geworfen haben. Doch der alte Weggefährte von Alex Ferguson, Carlos Queiroz, gab dem Schotten einen Tipp. Der Rest ist Geschichte, Ferguson flog nach Portugal und traf sich mit Bebe. Ferguson überzeugt von BebeObwohl er bis zu diesem Zeitpunkt kein einziges Pflichtspiel für Guimarares bestritten hatte, einigte man sich auf einen Wechsel, angesichts seiner beeindruckenden Vorstellungen in der Saisonvorbereitung. Man mag dies als sehr risikoreich einstufen, aber letztendlich scheinen sowohl Carlos Queiroz als auch Alex Ferguson von seinem Talent und seinen 4 Toren in den 7 Testspielen so beeindruckt gewesen zu sein, dass man sich in Manchester dazu entschloss so schnell wie möglich zu handeln. Natürlich hätte man, so David Gill, den Spieler seit einiger Zeit beobachtet, jedoch sei das Interesse erst in der letzten Woche richtig akut geworden. Viele andere Clubs wären wahrscheinlich vor der Tatsache zurückgeschreckt 9 Mio. € für einen Spieler auszugeben der noch kein einziges Erstligapflichtspiel absolviert hat, doch genau das, so Gill weiter, ist nicht wichtig, sondern vielmehr die Tatsache, dass man Spieler mit großen Talent rechtzeitig erkennt und sie nach Manchester holt. Dort haben sie die optimalen Bedingungen um sich unter Ferguson, Phelan, Meulensteen und den anderen zu entwickeln. Bebe wird Teil des ersten TeamsEin Ausleihgeschäft, wie es bei Welbeck oder Diouf der Fall ist kommt indes nicht in Frage. Er wird in jedem Fall Teil des ersten Teams werden, so Gill. Alex Ferguson bezeichnet die Verpflichtung als ein Märchen, wenn man seine Lebensgeschichte liest, aber genau das passiert wenn man jemanden sieht der das Potential hat ein ganz großer zu werden. Zweifelsohne scheinen Ferguson & Co. in dem Spieler einen Rohdiamanten ausgemacht zu haben, der zwar noch viele Kanten hat, sein Talent aber alle überzeugt hat. Gleichzeitig ist man aber in Manchester bedacht, die Erwartungen an die Neuverpflichtung möglichst gering zu halten und jeglichen Druck von ihm zu nehmen. Zumal er sich nun erstmal eingewöhnen muss, er spricht kein englisch und muss sich an das neue Umfeld gewöhnen. Deshalb ist Ferguson bemüht dem jungen Angreifer, der offensiv vielseitig einsetzbar ist, jede Zeit zu geben um sich zu entwickeln.
|





