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Bobby Charlton - United Trinity
Geschrieben von: Thorsten H.    Donnerstag, 15. Juli 2010    Drucken E-Mail

Sir Bobby Charlton

Sir Robert Charlton oder kurz Bobby Charlton gilt wohl bis heute als einer der herausragenden Spieler die jemals das rote Trikot von Manchester United trugen. Mit seinen 249 Toren führt er bis heute die ewige Torschützenliste von Manchester United an.

Best, Law und Charlton (Foto: Austin Osuide)

Sir Robert Charlton oder kurz Bobby Charlton gilt wohl bis heute als einer der herausragenden Spieler die jemals das rote Trikot von Manchester United trugen. Mit seinen 249 Toren führt er bis heute die ewige Torschützenliste von Manchester United an. Nach Ryan Giggs ist Bobby Charlton zudem der Spieler, der nach heutigem Stand, die meisten Spiele für United absolvierte, 758 an der Zahl. Neben drei Meisterschaften, einem FA Cup, vier Charity Shields und dem Europapokal der Landesmeister, gewann er bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land 1966 den WM Pokal. Bobby Charlton ist zusammen mit Dennis Law und George Best wohl eine der bedeutendsten Legenden von Manchester United.

 

Kindheit und Jugend

Geboren wurde der 1,73m große Offensivspieler am 11. Oktober 1937 in Ashington, einer Kleinstadt im Nordosten Englands. Bereits in jungen Jahren machte sich sein außergewöhnliches Talent bei der Jagd nach dem runden Leder bemerkbar, dies wurde dem jungen Spieler wahrscheinlich in die Wiege gelegt. Denn nicht nur sein Bruder Jack, der im Weltmeisterteam von 1966 mit seinem Bruder zusammen spielte, sondern auch seine Onkel Jack und George Milburn, sowie Jim Milburn, die u.a. für Leeds United aufliefen waren bekannte Fußballer. Ein weiterer Onkel, Stan Milburn, spielte für Chesterfield, Rochdale und Leicester City. Jackie Milburn, der Cousin seiner Mutter, spielte von 1943 bis 1957 für Newcastle United und lief 13 Mal im Trikot der Three Lions auf.

Neben dieser langen Reihe von Familienmitgliedern die alle im Profifußball aktiv waren, waren es vor allem Bobbys Mutter Cissie und sein Großvater Tanner die das große Talent des Jungen schon früh erkannten und förderten. So spielte Bobby Charlton während seiner frühen Jugend sehr erfolgreich für die East Northumberland Schools bevor er am 9. Februar 1953 bei einem Spiel von Manchester Uniteds Chefscout Joe Armstrong entdeckt wurde. Doch nicht nur Manchester United war sehr an einer Verpflichtung des damals 15jährigen Bobby Charlton interessiert, auch anderen Clubs war sein unglaubliches Talent nicht entgangen. Doch letzten Endes unterschrieb Charlton zusammen mit dem gleichaltrigen Wilf McGuinness bei Manchester United.

 

Jugend bei Manchester United

Nach nur wenigen Jahren der Jugendausbildung bei Manchester United gab er für United am 6. Oktober 1956 vor 41.439 Zuschauer im heimischen Old Trafford sein Debüt im ersten Team und das mehr als eindrucksvoll. United siegte 4-2 und Charlton gelangen auf Anhieb zwei Tore, die neben den Toren von Berry und Whelan, die Männer in den roten Trikots auf die Siegerstraße brachten. Beim Rückspiel gegen Charlton Athletic konnte er diese Leistung sogar noch in den Schatten stellen, denn am 18. Februar 1957 gelang ihm ein lupenreiner Hatrrick und United gewann verdient mit 5-1. Insgesamt erzielte Charlton in seiner ersten Saison 12 Tore in allen Wettbewerben und war so schnell in aller Munde.

Busby Babes 1954 (Foto: Leslie Millman)

Besonders beeindruckend waren seine Angriffe aus dem Mittelfeld heraus und seine extrem gefährlichen Weitschüsse. Es dauerte nicht lange und diese Waffen aus dem Repertoire des Bobby Charlton hatten sich landes- und auch europaweit herumgesprochen. Charlton, nun Teil der legendären Busby Babes, trug in seiner ersten Saison seinen Part zum Gewinn der Meisterschaft bei. In der folgenden Saison schickte er sich an eine feste Größe im Team von Manchester United zu werden. Als amtierender englischer Meister gehörte er zu den ersten Spielern die England im Europapokal vertreten hatten.

 

Seine Leistungen in der folgenden Saison knüpften nahtlos an seine bisherigen Auftritte an, dennoch sollte die Saison 1957/58 für Bobby Charlton als auch für alle anderen Spieler, Trainer, Funktionäre in Diensten von Manchester United, sowie für viele andere das schlimmste Jahr werden.

 

Flugzeugkatastrophe von München

Beim Rückflug vom Spiel gegen Roter Stern Belgrad kam es in München zur Katastrophe. Die Maschine verunglückte und 23 Menschen mussten ihr Leben lassen. Bobby Charlton der mit an Bord war und mit seinen zwei Toren am Vortag einen wesentlichen Beitrag zum Halbfinaleinzug geleistet hatte,  wurde durch den Aufprall, immer noch an seinem Sitz festgeschnallt, durch einen riesigen Riss nach draußen geschleudert. Harry Gregg, der Torwart von Manchester United, fand ihn auf seiner Suche nach Überlebenden. Er zog sowohl Charlton als auch den neben ihm liegenden Viollet weg vom brennenden Wrack, da er fürchtete es würde explodieren.

Charlton wurde mit Schnittwunden am Kopf und einem Schock ins Hospital eingeliefert, wo er für eine Woche behandelt wurde. Acht Tage nach dem furchtbaren Unfall kam er am 14. Februar 1958 in Manchester an, immer noch gezeichnet durch das Unglück und den Verlust seiner Freunde und Teamkollegen. Während seiner Genesung verbrachte er zunächst viel Zeit damit mit anderen Jugendlichen Fußball zu spielen, wohl wissend das nun beim Neuaufbau von Manchester United große Erwartungen auf seine Person gerichtet würden.

 

Bobby Charlton als Eckpfeiler der neuen United

Und bereits wenige Jahre nach den tragischen Ereignissen von München erreichte Manchester United das FA Cup Finale gegen Leicester City, dass die Red Devils mit 3-1 deutlich gewinnen konnten. Damit hatte es Bobby Charlton in seinem dritten Finale endlich geschafft die Trophäe zusammen mit seinem Team zu gewinnen. In den Jahren danach, konnte Matt Busby den Neuaufbau weiter forcieren und die ersten Meistertitel nach dem schrecklichen Unglück folgten. Wieder einmal erwies sich dabei Bobby Charlton als einer der Stützen der Red Devils.

Der erste Meistertitel folgte 1965, ein weiterer 1967, dazwischen lag die Weltmeisterschaft bei der Charlton ebenfalls glänzen konnte. Nachdem Charlton bereits kurz nach dem Unglück sein Debüt gegen Schottland im Dress der Three Lions gegeben hatte, wurde er auch dort zu einer festen Größe und einem wichtigen Spieler. Seinen ersten Hattrick erzielte Charlton 1959 beim 8-1 Englands gegen die USA. Zwar wurde der gefährliche Mittelfeldspieler bereits für die WM 1958 nominiert, kam dort jedoch nicht zum Einsatz. Dies sollte sich bei der nächsten WM, vier Jahre später ändern.

United Trinity (Foto: Bernt Rostad)

Durch einen Sieg gegen Argentinien, bei dem Charlton sein 25. Tor im 38. Spiel für England erzielte, zogen die Three Lions in die nächste Runde ein. Doch trotz der darauf folgenden Viertelfinalniederlage gegen Brasilien, spielte Charlton eine hervorragende Endrunde 1962. Am Ende der Saison 1966 wurde Charlton zum Fußballer des Jahres in England und zum Fußballer des Jahres in Europa gewählt. Mit diesen Auszeichnungen trat er selbstbewusst die Weltmeisterschaft im eigenen Lande an.

 

 

Und wieder erwies sich der in Ashington geborene Mittelfeldspieler als einer der Garanten für den Erfolg, zwar war der Finalsieg gegen Deutschland einer seiner unauffälligeren Spiele doch über das gesamte Turnier betrachtet war er aus dem Team der Three Lions einfach nicht wegzudenken.

Zwei Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft folgten dann endlich die lang ersehnten europäischen Ehren für Bobby Charlton und Manchester United. Als Kapitän der Red Devils erzielte er im Finale von Wembley zwei Tore beim 4-1 Sieg von Manchester United über Benfica Lissabon und erhielt als erster Spieler von Manchester United, als Kapitän gebührte ihm diese Ehre, den Europapokal.

Ein paar Wochen später brach er den Rekord von Jimmy Greaves im englischen Nationalteam in dem Charlton im Spiel gegen Schweden sein 45. Tor markieren konnte. Bei den folgenden Europameisterschaften konnte Charlton im Halbfinale aufgrund einer Verletzung aus dem Spiel gegen Schweden nicht spielen und musste mit ansehen wie die Three Lions gegen Jugoslawien unterlagen. Im Spiel um Platz 3 gegen die Sowjetunion war Charlton dann aber wieder dabei und konnte sein 46. Tor erzielen. Die Weltmeisterschaft 1970 verlief für Bobby Charlton bei weitem nicht so erfolgreich wie die Weltmeisterschaft im eigenen Lande. Charlton spielte zwar in allen drei Spielen der Gruppenphase, musst sich dann aber gegen Deutschland im Viertelfinale mit 2-3 geschlagen geben. Nach dieser WM entschied sich Bobby Charlton seinen Rücktritt aus der englischen Nationalmannschaft bekannt zu geben, nach 106 Spielen und 49 Toren zog er das Trikot der Three Lions für immer aus.

 

Rücktritt vom Fußball und das Leben danach

Bobby Charlton spielte danach noch vier weitere Jahre für Manchester United bevor er nach 19 Jahren, 249 Toren und 758 Einsätzen die Red Devils in Richtung Preston North End verlies. Bei den Lilywhites war er ab der Saison 1973/74 Spielertrainer, doch ohne an seine großen Erfolge bei Manchester United anknüpfen zu können. Nach nur zwei Jahren verlies er die Lilywhites und wechselte zu Waterford United, diesmal wieder als Spieler. Danach folgten Stationen in Wigan und auch in Südafrika, bevor er damit begann Fußballschulen im Vereinigten Königreich, den USA, Kanada, Australien und China zu betreuen.

Wall of Fame (Foto: Sarah Armitt)

1984 folgte Sir Bobby Charlton der Bitte von Manchester United sich im Vorstand der Red Devils zu engagieren, diesen Posten hat er bis zum heutigen Tage inne. Bobby Charlton war auch der Botschafter der Bewerbung Manchesters für die olympischen Sommerspiele 1996 und 2000, sowie der Commonwealth Games 2002. 1994 wurde Bobby Charlton aufgrund seiner Verdienste in den vergangenen Jahren zum Ritter geschlagen und durfte sich ab diesem Zeitpunkt Sir Bobby Charlton nennen. Bobby Charlton wurde 2002 in die Hall of Fame des englischen Fußballs aufgenommen, was für ihn persönlich eine sehr große Ehre war. 2008 wurde er mit der hoch angesehenen Auszeichnung der BBC „Sportlerpersönlichkeit des Jahres“ für sein Lebenswerk geehrt.

Bis heute ist Sir Bobby Charlton eine nicht mehr aus der Geschichte von Manchester United wegzudenkende Persönlichkeit, der neben seinen großartigen Leistungen auf dem Fußballplatz durch seine Persönlichkeit auf sich aufmerksam machte. Seine Bedeutung für die Red Devils wird bei einem Besuch im Old Trafford deutlich, denn zusammen mit George Best und Dennis Law wurde er mit der United Trinity, einer Statue vor dem Old Trafford geehrt.

 
 
 
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